11.11.2015

Ruhe sanft und grüß Loki, Genosse Helmut Schmidt

Als Sozialdemokrat, als Mensch und auch als Bürger dieses Landes sehe ich mich durchaus dazu veranlasst, ein paar Worte zum Tode des Altkanzlers Helmut Schmidt zu sagen.

Jahrgang 1969, in Bonn aufgewachsen, aus einer durch und durch sozialdemokratischen und schon in meiner Kindheit andauernd politisierenden Familie entstammend, spielte neben Willy Brandt natürlich Helmut Schmidt jedenfalls in den 1970ern und den frühen 1980ern eine wichtige Rolle in meinem Leben - als Vorbild, wie auch für mich in den 1980ern als junger Mensch in der Friedensbewegung und gegen die Nachrüstung als so etwas, wie ein geliebter Gegner, dessen Rolle dann in Sachen Nachrüstung sehr schnell Helmut Kohl übernahm (den konnte man wenigstens dann auch von Herzen verachten - das fiel bei Schmidt schon verdammt schwer).

Das erste wirklich einschneidende Ereignis, an das ich mich noch heute erinnere, als wäre es gestern gewesen, war der Deutsche Herbst 1977, den man in Bonn sehr intensiv mitgekriegt hat (auch als Kind) - die ganze Stadt war eine einzige Festung. Und mit dem Deutschen Herbst habe ich auch Helmut Schmidt intensiv mitgekriegt.

Heute ist der letzte große Kanzler von uns gegangen. Nach ihm hatten wir zwar noch Kanzler und eine Kanzlerin, aber keine Großen. Ich habe seit heute Morgen jede Minute mit der Meldung gerechnet. Und als sie dann da war, war ich auf der einen Seite froh, dass er es geschafft hatte. Auf der anderen Seite bin ich auch ein wenig traurig und als ich heute Nachmittag mit meiner Mutter telefonierte, hörte ich deutlich ihre sehr belegte Stimme, hatte sie ihn doch auch persönlich sehr oft kennengelernt.

Heute hatten wir im Ortsverein der SPD eine Mitgliederversammlung und natürlich begannen wir sie mit einer Schweigeminute. Und wir fuhren fort, wie er es gemacht hätte: wir haben uns um die politische Diskussion gekümmert und um die Probleme, die anstehen und einer sozialdemokratischen Antwort bedürfen.

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