12.01.2015

Gefällt mir nicht ...

Neulich war ich in einem Anhörungstermin beim Arbeitsgericht Köln zur Einsetzung einer Einigungsstelle. Das ist für sich genommen nichts besonderes und kommt vor.

Der Rechtsanwalt des Arbeitgebers lehnte allerdings den von mir ebenfalls beantragten Einigungsstellenvorsitzenden ab und benannte einen anderen möglichen Vorsitzenden. Die Frage, ob der das denn auch machen könne, wolle und würde, konnte der Kollege auf der Gegenseite nicht so recht abschließend beantworten. Was den von mir beantragten Vorsitzenden anging, so hatte die Vorsitzende Richterin noch am selben Morgen mit ihm telefoniert und er bestätigte ihr seine Bereitschaft zur Übernahme der Einigungsstelle. Hier zeigt sich mal wieder, wie sinnvoll es ist, mit dem gewünschten Einigungsstellenvorsitzenden im Vorfeld auch Kontakt aufzunehmen.

Schlussendlich meinte der Kollege auf der anderen Seite allerdings, er müsse den von mir avisierten Vorsitzenden auch aus inhaltlichen Gründen ablehnen - er habe nämlich vor einiger Zeit einen Aufsatz zum Thema Einigungsstelle veröffentlicht und der habe ihm nicht so gefallen. Also ich habe ja schon viele Ablehnungsgründe gehört aber solche eher akademischer Natur sind mir auch noch nicht untergekommen.

Nun ja. Ich habe nach dem Studium keine Aufsätze mehr und so auch den hier besagten Aufsatz nicht gelesen. Vielleicht lese ich diesen Aufsatz hier aber dann doch mal. Selber veröffentlicht habe ich ein einziges Mal vor Urzeiten einen Aufsatz zur betrieblichen Altersversorgung; womit meiner akademischen Eitelkeit auch dann genüge getan war - mehr braucht es da wohl nicht mehr.

Übrigens wähle ich den hier auch von mir favorisierten Einigungsstellenvorsitzenden regelmäßig nicht wegen seiner Aufsätze aus (die ich nicht gelesen habe), sondern weil er eine wunderbar unaufgeregt aber freundliche Art der Verhandlungsführung hat und es immer wieder schafft, die Parteien zu einem vernünftigen Ergebnis zu bringen, ohne dass ein Einigungsstellenspruch her muss. Aus meiner Sicht ist das auch das beste Ergebnis, was man in einer Einigungsstelle erzielen kann - das Ding heißt schließlich nicht umsonst Einigungsstelle.

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