02.10.2014

Der Pilot und die Mütze

Bereits vor einiger Zeit hatte ich von dem Prozess des Piloten berichtet, der sich wegen seines Geschlechts benachteiligt sah, weil eine Betriebsvereinbarung zwar den männlichen Piloten das Tragen der Dienstmütze obligatorisch vorschrieb, es den weiblichen Piloten aber freistellte, ob sie die Mütze tragen wollen oder nicht. Als Argument hierfür musste vor allem die Tatsache herhalten, dass Frauen oft kompliziertere Frisuren haben, als Männer und die durch das Tragen der Mütze zerstört werden könnten.

In der ersten Instanz kriegte der Pilot noch Recht, das LAG Köln allerdings sah keine Diskriminierung und wies die Klage ab.

Das BAG gab dem Piloten nunmehr wiederum Recht und befreite ihn von der Verpflichtung, im öffentlich einsehbaren Bereich eine Mütze zur Uniform zu tragen (Urteil vom 30.09.2014 - 1 AZR 1083/12). Zu der Frage, ob eine derartige Vorschrift eine Diskriminierung wegen des Geschlechtes ist oder nicht, hat sich das BAG allerdings nicht geäußert, weil es diese Frage nicht für entscheidungsrelevant hielt. nach Auffassung des BAG verstößt der entsprechende Passus in der streitgegenständlichen Betriebsvereinbarung bereits gegen den betriebsverfassungsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz und ist deswegen unwirksam. Die Argumentation mit den viel komplizierten Frisuren der Damen sah das BAG als nicht sonderlich überzeugend an, weswegen diese auch keinen sachlichen Grund für eine Ungleichbehandlung darstellt.

Wie ich bereits in meinem Beitrag zu der Sache vom 06.12.2013 dargestellt hatte, überzeugt die Sache mit den Frisuren auch mich nicht sonderlich, weswegen die Entscheidung des BAG hier durchaus zu begrüßen ist. Wenn schon eine Mütze getragen werden soll (wofür man prinzipiell gute Argumente anbringen könnte), dann aber auch von allen - Männlein wie Weiblein.

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