05.09.2014

Du sollst nicht lügen!



Als Arbeitnehmer seiner vertraglichen Verpflichtung nicht nachzukommen oder gar ausdrückliche Anweisungen des Vorgesetzten nicht zu erfüllen, kann schon mal üble Folgen, wie etwa eine Abmahnung oder zumindest einen gehörigen Anschiss nach sich ziehen.
Den Auftrag aber nicht zu erfüllen und anschließend zu behaupten, man habe ihn erfüllt und hierzu möglicherweise sogar noch angeblich gefertigte und abgesandte Schriftstücke in rückdatierter Form zu türken, kann dann doch eher zur Kündigung auch ohne vorherige Abmahnung führen, wie das BAG mit Urteil vom 23.01.2014 (2 AZR 638/13).


In dem Fall war die Sekretärin an einer Universität beauftragt worden, bei der Stadt Mülltonnen für zwei Gebäude abzubestellen. Dies tat sie allerdings nicht mit der Folge, dass die Uni durch die Stadt mit einer wahren Flut von Rechnungen und Mahnungen überzogen wurde. Hierauf angesprochen, behauptete die Sekretärin, sie habe diesen Rechnungen und Mahnungen jeweils widersprochen. Dies war allerdings nicht der Fall; stattdessen fertigte sie gleich mehrere Widerspruchsschreiben an, datierte diese zurück und legte sie dem Arbeitgeber als vermeintlichen Beweis dafür, dass sie ihren Auftrag erfüllt hatte, vor.  Die Sache flog auf, räumte ihren Beschiss ein und bot an, den Schaden zu begleichen.

Das alles half ihr aber auch beim BAG ebenso wenig,  wie in den Vorinstanzen. Alle drei Instanzen sahen hier die Kündigung als rechtens an, da die Arbeitnehmerin durch ihr Verhalten in erheblichem Maße das Vertrauensverhältnis in einem erheblichen und irreparablen Maß gestört hatte. Die Pflichtwidrigkeit alleine wäre zwar schon schlimm gewesen, hätte hier alleine aber noch nicht zu einer Kündigung führen können. Die Lügerei unter Zuhilfenahme eigentlich gleich mehrerer Urkundenfälschungen brach der Dame allerdings das arbeitsrechtliche Genick.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen