06.02.2014

Videospiele

Schlussendlich beim LAG Düsseldorf (Urteil vom 18.12.2013 - 7 Sa 1792/12) scheiterte ein Arbeitgeber mit dem Ansinnen, seinen da schon ehemaligen Mitarbeiter auf Schadenersatz in Höhe von 5.841,00 Euro in Anspruch zu nehmen, weil dieser angeblich aus der Waschanlage, in der er vorher noch gearbeitet hatte, den Tresor mit eben dieser Geldmenge darin gemoppst haben sollte.

Als Beweis für die Missetat führte der Arbeitgeber im Wesentlichen die richterliche Inaugenscheinnahme einer Videoaufnahme ins Feld. Dumm nur, dass bereits in der ersten Instanz weder die Kammer, noch irgendjemand anderes, der sich das Video angesehen hat, den ehemaligen Arbeitnehmer als Täter erkennen konnte. Gleichwohl vertraute er darauf, dass beim LAG Menschen mit besseren Optikern sitzen würden - das war aber nicht so und so scheiterte er auch da.

Erstaunlich finde ich ja persönlich, dass sich in einem Tresor in einer Waschstraße derartige Geldmengen befinden sollen und frage mich dann auch noch, warum der Tresor eigentlich in der Waschstraße ist. Nun gut - ein jeder kann seinen Tresor deponieren, wo er es denn möchte. 
Ich habe ja den dunklen Verdacht, dass irgendjemand den Tresor geklaut hat, nachdem er des Nächtens in die Waschstraße eingestiegen ist (so viel war wohl durchaus zu erkennen) und der Mann hier bloß den bequemen Weg gewählt hat, jemanden zu verklagen, dessen Adresse er hatte und der auch wegen der zuvor ausgesprochenen Kündigung ein Motiv zu haben schien, als einen unbekannten Täter, der vielleicht auch von der Polizei dann nicht ermittelt werden kann. Und ob da jetzt wirklich 5.841,00 EUR in dem Tresor waren ... vielleicht; vielleicht auch nicht. Dem wahren Dieb wünsche ich jedenfalls, dass er den Tresor niemals geöffnet kriegt oder wenigstens der zur Hilfe gerufene Fachmann für Tresoröffnungen aus dem einschlägigen Millieu teurer war, als der Inhalt.

Dafür hat ein anderer Arbeitnehmer vom Arbeitsgericht Frankfurt/Main (22 Ca 9428/12) 3.500,00 EUR Schmerzensgeld zugesprochen gekriegt, weil er von seinem Arbeitgeber permanent und vor allem ohne Einwilligung bei der Arbeit gefilmt wurde. Das Gericht sah darin eine schwerwiegende Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Schließlich könne der Arbeitnehmer selber darüber bestimmen, ob er gefilmt werden wolle. Vor allem dann, wenn die Gefahr besteht, dass diese Aufnahmen irgendwann einmal gegen ihn verwendet werden.

Wir lernen mal wieder: Videoaufnahmen haben so ihre Tücken.

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