21.02.2014

Sportler vor Gericht



Mit dem Umstand, dass der Profispieler bei der Hertha BSC, Peer Kluge, mit seinem Eilantrag beim Arbeitsgericht Berlin, entgegen der Anweisung durch den Verein wieder am Training der ersten Profimannschaft teilnehmen zu dürfen, abgeblitzt ist, erzähle ich wohl wahrlich nichts Neues. Die Entscheidung selber verwundert auch eher wenig, da sich der Spieler schlicht vertraglich auch zur Teilnahme am Training der zweiten Mannschaft verpflichtet hatte (ArbG Berlin, Beschluss vom 18.02.2014 - 38 Ga 2145/14).

An dieser Entscheidung wird allerdings wieder einmal etwas deutlich, was in früheren Zeiten unter den Arbeitsjuristen heftig umstritten war: 

Profisportler und auch Trainer sind Arbeitnehmer!

So finden sich aus der jüngeren Vergangenheit gleich diverse Entscheidungen durch Arbeitsgerichte, bei denen Profisportler oder Trainer ihre Rechte eingeklagt haben. Das Arbeitsgericht Aachen erklärte in einem Rechtsstreit nicht nur die Kündigung eines gesamten Trainerstabes für unwirksam, sondern auch gleich die dortigen Vertragsklauseln, welche eine Kündigungsschutzklage ausgeschlossen hatten, gleich mit (ArbG Aachen, Urteil vom 22.02.2013 - 6 Ca 3662/12). Das LAG Hamm stellte in einer Sache, in der sich schlussendlich der Trainer mit dem Verein verglichen hatte, fest, dass die Entlassung eines Trainers wegen Arbeitsverweigerung zulässig sei (LAG Hamm, Vergleich vom 19.07.2011 - 14 Sa 1896/10). In dieser Feststellung liegt auch keine größere Überraschung, wenn man sich ein wenig mit Arbeitsrecht befasst.

Eine Entscheidung des OLG Karlsruhe (Urteil vom  27.09.2012 - 4 U 256/11) hatte sich mit einem Umstand zu befassen, der meiner eigenen Denkwelt als nicht Fußball- sondern Eishockeyfan etwas näher kommt. Hier war über Schmerzensgeldansprüche eines Spielers aus der 2. Liga gegen einen anderen Spieler zu entscheiden, welcher den Kläger so übel gegen den Kopf- und Nackenbereich in die Bande gecheckt hatte, dass dieser im Ergebnis in der Folge nach zwei Operationen nicht mehr in der Lage war, den Eishockeysport auszuüben. Jeder, der schon einmal bei einem Eishockeyspiel gewesen ist, weiß, wie hart ein solcher Check ist und wenn man sich die Verletzungsfolgen ansieht, die dabei mitunter herauskommen, stellt man auch fest, dass diese Checks durch die Liga nicht umsonst schwer geahndet werden. In der Sache unterlag allerdings der Kläger hier, da das OLG Karlsruhe richtigerweise unter Anwendung des § 105 Abs. 1 S. 1 SGB VII einen Schmerzensgeldanspruch verneinte, da nach dieser Vorschrift Personen, die durch eine betriebliche Tätigkeit einen Versicherungsfall von Versicherten desselben Betriebs verursachen, bei Personenschäden nur haften, wenn die Schädigung vorsätzlich erfolgt ist. Hierbei hat das OLG Karlsruhe ebenfalls richtigerweise darauf abgestellt, dass die Eisfläche, auf welcher der das Spiel stattgefunden hat, als gemeinsamer Betrieb anzusehen war. Vorsatz war vorliegend allerdings nicht gegeben, weswegen der Kläger leer ausging.

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