03.02.2014

Modische Fragen im Gericht

Der angehende Kollege Boris Schenker (Daboius - Jurablog) fragt sich angesichts eines bevorstehenden Gütetermin zum Arbeitsgericht, ob er dort als Referendar verpflichtet ist, eine Robe zu tragen.

Derlei Fragen sind keineswegs ins Lächerliche zu ziehen, beschäftigen Sie einen insbesondere als Referendar vor der ersten eigenen Verhandlung doch sehr. Schließlich will man einfach alles richtig machen und ist ohnehin schon nervös genug, weil man das erste Mal eigenständig im Gericht verhandeln soll. Ich persönlich kann mich noch ganz gut erinnern, wie das war, als ich zum ersten Mal als Sitzungsvertreter für die Staatsanwaltschaft auftreten sollte und auch da war es mir besonders wichtig, unten aus dem Fundus an Roben, welche extra dafür den Referendaren zur Verfügung stand, auch eine passende und vor allen Dingen eine heile Robe auszusuchen.

Dem jungen Kollegen allerdings sei gesagt (und auf die Idee hätte sein Ausblider auch gut und gerne mal kommen können): er hat in der Güteverhandlung beim Arbeitsgericht als Referendar selbstverständlich keine Robe zu tragen - das ist dem Gericht und den Anwälten vorbehalten.


Aber derlei modische Fragen spielen immer wieder eine Rolle im Gericht. Es gibt Gerichte, da ist es vollkommen unüblich, überhaupt eine Robe zu tragen. Wiederum andere sehen das dann wieder strenger. Wenn man sich insgesamt anguckt, wie die Kollegen im Arbeitsgericht Köln teilweise so auftreten, so kann man den Eindruck entwickeln, dass man dort bereits froh ist, wenn die Leute überhaupt angezogen sind.

So manches Mal wird auch ein heftiger Streit darum geführt, ob der Anwalt in der Verhandlung Krawatte tragen muss oder nicht. Ich persönlich habe für den Fall der Fälle stets eine weiße Krawatte dabei, um diese gegebenenfalls schnell überwerfen zu können, wenn dem Gericht meine eigentliche Krawatte nicht gefällt. Gebraucht habe ich sie noch nie.

1 Kommentar:

  1. Das Thema ist nicht gerade neu, siehe z.B. Laufs, Adolf in Festschrift für Wahl, 1973, S. 3 ff

    http://philorama.blogspot.de/2012/08/fundstuck-zur-robe.html

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