25.02.2014

Gummientscheidung



Der Kollege Vetter berichtet von einer Entscheidung des BGH, in der es um die richtige Anwendung von Kondomen ging. Grundlage des Falles war, dass eine Mutter die Vaterschaft ihres Ehemannes an ihrem Kind nach über zwei Jahren anfechten wollte, weil ihr irgendwie aufgefallen war, dass sie in der relevanten Zeit fremd gegangen war und möglicherweise deswegen der andere der Vater des Kindes sein könnte. Um zu erklären, warum ihr diese Idee nicht schon früher gekommen war, führte sie an, sie hätte damals ein Kondom verwendet und deswegen war sie nicht auf den Gedanken gekommen, dass der Nebenbuhler in Wirklichkeit der Vater sein könnte.

Dies ließ der BGH nicht gelten, weil schließlich bekannt sei, dass Kondome zwar schützen aber eben nicht zu 100 Prozent. Dies liege übrigens maßgeblich nicht unbedingt daran, dass Kondome selber unsicher seien, sondern dass diese ziemlich oft falsch gehandhabt würden.

Ob diese Entscheidung familienrechtlich soweit in Ordnung geht, mögen die Familienrechtler beurteilen. Ich frage mich allerdings, wie man nach so einer langen Zeit auf die Idee kommen kann, demjenigen die Vaterschaft entziehen zu wollen, der sich bis dahin um das Kind gekümmert hat. Welche Beweggründe die Frau hier hatte, weiß ich nicht.

Ich weiß allerdings, dass ich vor dem Ehemann, dessen Vaterschaft entzogen werden sollte, große Achtung empfinde. Dieser hat nämlich an seinem väterlichen Verhältnis zu dem Kind festhalten wollen, obwohl er mittlerweile zumindest davon ausgehen musste, dass er eben nicht der biologische Vater ist. Da hat definitiv einer begriffen, dass zum Vater sein mehr gehört, als lediglich seinen Chromosomensatz weiterzugeben.

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