19.12.2013

Nicht immer muss das Konterfei des Arbeitnehmers verschwinden



Wie die Kollegen Damm & Partner berichten, hat das LAG Mainz entschieden, dass einem Arbeitnehmer, welcher für kurze Zeit in einem Werbefilm des Arbeitgebers zu sehen ist, keinen Anspruch darauf hat, dass nach seinem Ausscheiden aus der Firma dieser Film von der Internetseite des Arbeitgebers entfernt wird oder der Arbeitgeber es unterlässt, diesen Film in irgendeiner Weise sonst zu zeigen (LAG Mainz, Urteil vom 08.05.2013, Az. 8 Sa 36/13).

Der vermeintliche Anspruch des Klägers scheiterte hier an dem Umstand, dass dieser gemeinsam mit einer ganzen Reihe von Kollegen zuvor seine Einwilligung erteilt hatte, dass der Arbeitgeber ihn im Rahmen der Belegschaft innerhalb dieses Werbefilms ablichten durfte. Zwar hatte der Arbeitnehmer nach Ausscheiden aus dem Unternehmen seine Einwilligung widerrufen. Dies ließen allerdings weder das Arbeitsgericht in der 1. Instanz noch das Landesarbeitsgericht in Mainz gelten. Nach dortiger Auffassung hätte der Arbeitnehmer seine Einwilligung nicht einfach so, sondern lediglich aus gewichtigem Grund widerrufen können. Ein solcher habe allerdings nicht vorgelegen.

In der vorliegenden Sache ist zu beachten, dass der betroffene Arbeitnehmer lediglich für wenige Sekunden innerhalb der Darstellung der Produktion zu sehen war. Da sich hieraus keine Individualisierung der Person in Bezug auf das Unternehmen gegebenenfalls mit der Angabe einer bestimmten Funktion ergeben hatte, sah das Landesarbeitsgericht hier keinen Anspruch auf Entfernung gegeben.

Anders verhält es sich dann, wenn beispielsweise auf der Internetseite des Arbeitgebers Mitarbeiter mit Foto, Namen und Funktion eingestellt werden und damit auch eine Individualisierung erfolgt. In diesemFall besteht durchaus ein Anspruch auf Entfernung nach Ausscheiden aus demArbeitsverhältnis.

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