Da rechnen ja viele nicht so ganz mit, dass zu exzessiver Alkoholkonsum auch auf dem Fahrrad Konsequenzen haben kann – sogar dann, wenn man gar keine Fahrerlaubnis hat, die einem abgenommen werden könnte.

Dass man seinen Lappen schon mal los sein kann, wenn man betrunken mit dem Fahrrad unterwegs ist, lernen die meisten ja durchaus schon in der Fahrschule. Das ist dann schlicht eine Entziehung der Fahrerlaubnis, weil man sich als zu unzuverlässig erwiesen hat, um mit einem Kraftfahrzeug am Straßenverkehr teilzunehmen. Das ist insoweit nicht weiter spektakulär und kommt täglich wahrscheinlich mindestens hundertfach vor.

Wenig bekannt ist die Tatsache, dass die Straßenverkehrsbehörde in einem solchen Fall nicht nur die Fahrerlaubnis zum Führen von Kraftfahrzeugen entziehen, sondern sogar auch das Fahrradfahren verbieten kann, wofür man ja normalerweise überhaupt keine Fahrerlaubnis braucht. So geschehen bei einem Münchener, der mit 1,7 Promille auf dem Rad unterwegs war und das daraufhin von der Behörde verlangte medizinisch-medizinische Gutachten nicht vorlegte, das sich nicht nur auf die Fähigkeit zum Führen von Kraftfahrzeugen, sondern eben auch auf dasjenige von Fahrrädern beziehen sollte, nicht vorlegte. Das fand der betrunkene Radler, der sich wohl mit der Entziehung der Fahrerlaubnis schon abgefunden hatte nicht lustig und wollte hiergegen gerichtlich vorgehen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof versagte allerdings die Prozesskostenhilfe, weil es auf der Hand liege, dass wenn man mit 1,7 Promille auf dem Fahrrad unterwegs ist, sich die Zweifel an der Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr auch auf das Führen eines Fahrrades beziehe (Beschluss vom 08.02.2010 - 11 C 09.2200).

Noch einen Schritt weiter ging die Behörde bei einem Radler in Rheinland-Pfalz, der mit 2,44 Promille im Blut Schlangenlinien fuhr und auch sonst erhebliche Schwierigkeiten hatte, sein Rad auch nur ansatzweise zu handhaben. Die Fahrerlaubnis für Kraftfahrzeuge war da schon lange weg. Hier hat die Behörde unserem Radler gleich verboten, irgendein Fahrzeug zu führen! Die hiergegen gerichtete Klage hatte ebenfalls über zwei Instanzen hinweg keinen Erfolg, nachdem das OVG Rheinland-Pfalz schlussendlich die Klageabweisung durch das Verwaltungsgericht bestätigte (Urteil vom 17.08.2012 - 10 A 10284/12.OVG).

Da darf man am Ende auch kein Bobby Car mehr fahren!