Meine persönlichen Erfahrungen mit Swingerclubs sind ja jetzt nicht so übermäßig umfangreich, weswegen ich auch nicht weiß, ob und gegebenenfalls was da einen epileptischen Anfall auslösen kann.

Es scheint aber dennoch vorzukommen, wie in einer Sache, die das Sozialgericht Stuttgart (Urteil vom 22.03.2012 - S 13 U 6176/09 ) zu entscheiden hatte. Dort war ein Maurer, der acht Jahre zuvor einen Arbeitsunfall mit schweren Verletzungen, u.a. ein Schädel-Hirn-Trauma, erlitten hatte und aufgrund der sich anschließenden sehr eingeschränkten Arbeitsfähigkeit eine Teilerwerbsminderungsrente bezog, in einem Swingerclub zusammengebrochen und erlitt einen epileptischen Anfall. Das Ganze nachts um vier.

Die zuständige Berufsgenossenschaft war hierzu jetzt allerdings nicht der Meinung, einen erhöhen Rentensatz zahlen zu sollen, bloß weil der Kerl sich bei nächtlichen Vergnügungen im Swingerclub verlustiert hat. Im Übrigen sei das ja wohl kaum die Folge des Arbeitsunfalls vor acht Jahren, sondern eher auf die unklaren Umstände vor Ort in einem solchen Etablissement und während des Anfalls, eine anzunehmende Übermüdung zurückzuführen. Auch die Einmaligkeit des Vorgangs spräche ja wohl eher gegen einen tatsächlichen du rechtlichen Zusammenhang mit dem vorherigen Arbeitsunfall.

Dem ist das Gericht allerdings nicht gefolgt. Es sei bekannt und medizinisch anerkannt, dass auch leichte Hirnverletzungen bis zu 15 Jahre später noch zu einem epileptischen Anfall führen könnten. Das gelte dann umso mehr, wenn schwere Verletzungen vorlägen, wie hier. Ein gesunder Mensch breche im Swingerclub nicht einfach so zusammen. Einer weiteren Beweisaufnahme oder gar eines Ortstermins bedürfe es daher nicht.

Mir ist nicht bekannt, inwieweit das Gericht hier auf eigene Kenntnisse zurückgegriffen hat. Ich könnte mir allerdings durchaus denken, dass vielleicht einige der Beteiligten etwas enttäuscht waren, als es dann doch keinen Ortstermin im Swingerclub gab.