Das LAG Rheinland-Pfalz (Urteil vom 9. Dezember 2010 - 10 Sa 483/10) hat entschieden, dass Kellner ihr Trinkgeld auch selber behalten dürfen und nicht in eine Gemeinschaftskasse einzahlen müssen. Der Arbeitgeber darf auch keine entsprechenden Anweisungen geben.

Hintergrund ist nach Meinung des LAG, dass es sich bei dem Trinkgeld nicht um einen Bestandteil des Arbeitsentgeltes handelt, sondern um eine persönliche Zuwendung des Gastes an den Kellner, weil er mit dessen Serviceleistung zufrieden war. Da ja aber der Kellner diese Gelder aufgrund seiner ganz persönlichen Leistung dem Gast gegenüber erhält und nicht aufgrund des Arbeitsvertrages, darf er sie eben auch ganz selber alleine für sich behalten.

Das ist nur konsequent. Trinkgelder gehören nach ständiger Rechtsprechung des BAG nämlich auch nicht zum vom Arbeitgeber fortzuzahlenden Arbeitsentgelt für Zeiten des Urlaubs, der Arbeitsunfähigkeit und der Betriebsratstätigkeit. Wären Trinkgelder Bestandteil des Gehaltes, müssten die in dem Rahmen auch berücksichtigt werden. 

Ich finde das beruhigend. Wenn ich einem Kellner ein gutes Trinkgeld gebe, weil er eben gut war, dann will ich auch, dass genau „mein“ Kellner die Kohle kriegt und nicht die Pfeife, die den Nebentisch die ganze Zeit ignoriert und da die Gäste in die Gefahr des Verdurstens gebracht hat.