Wie die Presse berichtet, wurde eine Frau von ihrem Chef gekündigt, weil sie bei der RTL-Show "Wer wird Millionär?" 32.000,00 EUR gewonnen hatte. Der Arbeitgeber hatte ihr wohl mitgeteilt, sie brauche das Geld ja jetzt nicht so nötig und er habe keines zu verschenken; das Ganze per SMS.

Der Arbeitgeber übersieht hier allerdings, dass ein Gewinn bei Jauch auch innerhalb der sechsmonatigen Wartezeit aus dem KSchG keinen Kündigungsgrund darstellt und schon gar nicht für eine fristlose Kündigung. Nehmen wir mal an, das KSchG findet hier keine Anwendung (was vorliegend wohl der Fall sein dürfte, da die Dame erst seit drei Monaten dort beschäftigt war. Etwas anders gilt, wenn man hier aufgrund des Sachverhaltes zur Annahme einer Willkürkündigung gelangen sollte - dann gelten dennoch die Grundsätze des KSchG), so kann eine Kündigung allenfalls ordentlich, also mit Frist ausgesprochen werden. Ob diese wiederum vier oder zwei Wochen beträgt, hängt davon ab,ob eine Probezeit vereinbart war.

Weiterhin übersieht der Chef, dass er ihr das Gehalt keineswegs schenkt, sondern hierfür eine Gegenleistung von seiner Arbeitnehmerin, nämlich die Arbeitsleistung erhält. Ich frage mich, welches Verständnis der Mann von einem Arbeitsverhältnis hat und wie seine Haltung zur Achtung anderer Menschen aussieht.
Zu guter Letzt: eine Kündigung per SMS ist ohnehin nicht wirksam, da § 623 BGB hierfür die Schriftform vorsieht. Und die ist durch eine SMS nicht gewahrt.

Die gute Dame schein allerdings häufiger mal für die Rechtsfälle der etwas skurrileren Art zu sorgen; beglückte sie uns doch bereits mit den grünen Haaren nach einem Besuch des Swimming Pools.