01.09.2011

Am Arbeitsplatz besser nicht prügeln - auch nicht in Notwehr!

Wenn Arbeitnehmer sich am Arbeitsplatz prügeln, so riskieren sie die fristlose Kündigung, unabhängig davon, wer mit der Schlägerei angefangen hat. Hierbei ist es auch vollkommen egal, wer in welcher Weise die ganze Sache provoziert hat. So hat es das Landesarbeitsgericht Hamm (Az. 8 Sa 1932/10) entschieden.

In dem konkreten Fall hatte sich ein Taxifahrer durch herablassende Äußerungen aus der Funkzentrale so dermaßen provoziert gefühlt, dass er in die Zentrale fuhr und den entsprechenden Disponenten zur Rede stellte. Als dieser ihm das Telefon an den Kopf warf, eskalierte die Situation vollkommen und unser Taxifahrer ging mit den Fäusten auf den Disponenten los. Daraufhin wurde er durch den Arbeitgeber fristlos gekündigt. Das LAG in Hamm vertritt die Auffassung dass es in der Hand des Arbeitnehmers liegt, ob er einer provozierenden Situation ausweicht und sich Hilfe suchend an den Arbeitgeber wendet oder ob er die Sache buchstäblich selber in die Hand nimmt und mit den Fäusten regelt. In Letzterem Fall ist eine fristlose Kündigung rechtens. Eine Orgie der Selbstjustiz wirke sich so stark auf den Betriebsfrieden aus, dass dies für den Arbeitgeber nicht hinnehmbar sei so die Hammer Richter.

Etwas ganz anderes hätte übrigens gegolten, wenn die beiden sich in der Freizeit geprügelt hätten. Dann hätten alleine die strafrechtlichen Maßstäbe Anwendung gefunden und selbstverständlich hätte unser Taxifahrer sich auch mit Gewalt gegen den Angriff mit dem Telefon zur Wehr setzen dürfen.
Wir werden wohl nie herausfinden, welche Querelen zwischen beiden bereits im Vorfeld abgegangen sind. Jedenfalls ist es wieder einmal eine Geschichte aus dem Leben, von der man annehmen wollte, dass sie gar nicht vorkommen kann. Sie kann!

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